7.4.2020:

Es ist Zeit für ein Briefing.

Dank unserer Wiederverkäufer und dem außerordentlichen Zuspruch aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, von Rettungsdiensten lag und liegt unsere Konzentration unserer Aufgaben auf Beschaffung und Logistik und Sicherheit in allem, was es in Ausnahmesituationen jederzeit Neues zu bedenken und entscheiden gilt.

Die kurze Zeit von wenigen Wochen der Beschaffung von Atemmasken hat nun schon einen fundamentalen Wandel hinter sich. Zunächst, also aus der Spanne der Orders, die nun nach der ersten Welle gefühlt langsam in die Auslieferung kommen, war der Exportmarkt noch gar nicht richtig existent. Bis in die Kalenderwoche 12 und 13 herrschte unter unseren chinesischen Partnern die Unklarheit vor, ob und was aus China ausgeführt werden darf und wie man mit dieser Unsicherheit seitens der chinesischen Administration umgehen soll. Erinnern wir uns: China war das erste Land, was von Corona betroffen war. Somit war der Eigenbedarf an Masken und Schutzausrüstungen dort ebenfalls auf enorm hohem Niveau bei einer riesigen Bevölkerungszahl und ist auf einem hohen Niveau der Eigenversorgung geblieben, weil das Abstandhalten weiterhin gilt, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern.

In der Woche 12 und 13 unseres Kalenderjahres wurden die Exportbeschränkungen Chinas schrittweise und spürbar gelockert. Die Betriebe wurden jetzt von der regierungsamtlichen Administration geradezu dazu angehalten auch zu exportieren. Dies hat den doppelten Zusammenhang: einerseits einen politischen, humanitären. Den Chinesen, auch der Administration ist es durchaus klar, was Corona als Seuche in jedem Land, das davon betroffen ist, bedeutet und anrichtet. Deshalb möchte China diese Gelegenheit nutzen, nicht als ein Land der Unmenschen da zu stehen. Desweiteren muss nun in China die wirtschaftliche Aufholjagd begonnen werden, um dieses holprige Wirtschaftsjahr mit den wenigen nun gefragten Exportgütern gesunden zu lassen.

Der ökonomische Ablauf des Jahres ist in seinem Rhythmus in China sehr von den gemeinsamen Feierlichkeiten geprägt. In der Zeit des traditionellen chinesischen Neujahrsfests fällt im Grunde fast ein Monat lang die Produktion für den für uns entscheidenden Export flach. Das war im Februar dieses Jahres. Angeschlossen hat sich dann für die Chinesen im März der Shutdown wegen Corona, somit ein weiterer, aber ungeplanter Ausfall von einem Monat im Wirtschaftsleben. Die Freude war dann umso größer, nun danach endlich wieder ins normale Business zurückzukehren. Dem war aber nicht so. Die Chinesen fanden eine Welt vor betroffen von Corona. Die Ausfuhr normaler Güter war im Konsumsektor gering und auch die Produktion in den Ausfuhrländern von anderen Gütern wurde heruntergefahren. Wieder war die Teilnahme an Lieferketten unterbrochen, denn es hakt nun weltweit und auch die Chinesen werden in den sonstigen Exportgütern ihre Ware nicht wie vorher los.

Im Mai werden wir ein langsames Hochfahren der Weltwirtschaft und der Globalität erleben. Ab Juni werden wieder Veranstaltungstermine gesicherter sein und in gesicherte Planung gehen. Auch für den Bereich Werbemittel wird dann die Hektik wieder einkehren. Dennoch wird sich eines verändert haben: Abstandspflicht und Mundschutz werden uns in diesem Jahr weiter begleiten und unser Leben mitbestimmen, aber nicht mehr bestimmen.

Wer in der Öffentlichkeit eine Maske trägt, galt bis vor Kurzem noch als Besserwisser und abstruser Sonderling. Das hat sich innerhalb der letzten 2 Wochen gewandelt. Wir gleichen uns damit mehr asiatischen Verhältnissen an, wo der Gebrauch der Masken zum Alltagsbild gehört. Dieser Virus wird erst im Frühjahr 2021, wenn eine tatsächliche medizinische Abwehr vorhanden ist, seine Gefährlichkeit verloren haben. Zu lernen wird die Lektion sein, dass die Unwirtschaftlichkeit von einer Bevorratung gesellschaftlich zu leisten ist, also eine politische Dimension hat und nicht nur eine Kostennutzenrechnung der kurzfristigen Ökonomie.

Kommen wir zurück zu unserer jetzigen Versorgung über bagobag mit Masken:

Produktion:

Aus einem Zulieferer sind aufgrund des ansteigend zu bewältigenden Volumens  in 3 Wochen 4 Zulieferer geworden. Drei davon haben im Moment laufende Produktionen für uns und unsere Kunden. Der 4. steht durch uns voruntersucht bereit.

Dieser Aufbau hat uns intensiv Zeit für Kontrolle und Sicherung gekostet. Themen dabei waren und sind die Sicherheit des überwiesenen Geldes, die Sicherstellung der Verwendbarkeit oder das Fehlen von Zertifikaten (damit dann der Wegfall von potentiellen Zulieferern), die Möglichkeit der Ausfuhr als medizinisch zu wertende Güter (ein Wiederverkäufer in China darf bei FFP1 Masken nicht bei einem weiteren Zwischenhändler einkaufen, sondern muss direkt ab Werk Kauf getätigt haben) oder als persönlicher Schutz oder als nicht weiter in Schutzklassen definiertes Gut.

Logistik:

Parallel dazu haben wir die Logistik mit unserem Partner Fedex neu aufgesetzt. Aufgrund unserer Bereitschaft mehr Geld als sonst in Express Dienstleistung zu investieren, aber auch aufgrund unserer Kundenstruktur und der Volumina haben wir nun als Speziellen Service die Möglichkeit den Paketstau in Südchina zu umgehen.

In den letzten 2 – 3 Wochen wurde die Warteschlange der Expressgüter in den einschlägigen Industriezonen Chinas immer länger. Bitte bedenken Sie, auch in den USA und in Indien herrscht die Corona Infektion. Dies führt zu einer beträchtlichen Verlängerung der Wartezeiten. Es ist nach wie vor so und wird immer schlimmer. Expresssendungen bleiben einfach lagernd für bis zu 10 Tage liegen, weil viel zu geringe Stauraumkapazitäten in Flugzeugen vorhanden sind.

Die administrative Beschränkung des Flugverkehrs ist hier wirklich nicht nachzuvollziehen, weil sie zum Gegenteil dessen führt, was erreicht sein soll.

Die Bevölkerungen werden dadurch nicht geschützt, sondern der Transport wichtiger Schutzgüter wird elend lang hinausgezögert und damit dann Schutzgüter in der Corona Intensivzeit vorenthalten. Hier ist die Politik längst gefragt über die eigene Reglementierung flugs nachzudenken und Verbesserungen herbei zuführen. Politisch gemacht ist, worüber die Politik sich systemisch hier wundert.

Im Transportsektor erschließen wir weitere Möglichkeiten, von denen sämtliche Kunden profitieren.

Preise:

Wir denken bei den FFP2 Masken über eine Preiserhöhung nach, um die gestiegenen Einkaufspreise wie auch den nötig werden Spezial Service im Transport besser zu bewältigen. Die Produktionskosten steigen, da der Bedarf weltweit weiter angestiegen ist. Unsere Spezialdienstleistungen in der Logistik müssen nun ebenfalls in unseren Verkaufspreis eingerechnet werden.

Bitte bleiben Sie gesund. Bitte benutzen Sie in der Öffentlichkeit Masken.

Liebe Grüße

Zoriana und Carsten Wettreck und bagobag, das Team.